Die Quitte, verkanntes Universalgenie

Die Quitte, verkanntes Universalgenie

Die gute alte Quitte ist im kulinarischen Gebrauch beinahe in Vergessenheit geraten – aber zum Glück nur beinahe. In der Steiermark ist man sich ihrer wohlschmeckenden Eigenschaften durchaus bewusst und verwendet sie nicht nur für köstliche Quittenmarmelade.

Edle Frucht mit langer Geschichte

Die Quitte, eine nahe Verwandte des Apfels fühlt sich im milden Klima und den nährstoffreichen Böden der Steiermark wohl. Der niedrige, schwachwüchsige Baum entwickelt sich langsam und ist daher sehr pflegeleicht. Sowohl Quitte als auch Zierquitte werden auf Grund ihrer zarten Statur, ihrer schönen weiß-rosa Blüten und der duftenden Früchte gerne als Ziersträucher in den Gärten gezogen.


Ihren Namen verdankt die Quitte im weitesten Sinn der kretischen Stadt Chania, welche im Altertum Kydonia genannt wurde. So wurde die Frucht auch als "kretischer Apfel" bekannt. Man geht auch davon aus, dass sie mit den mythologischen "Äpfeln der Hesperiden" oder dem Liebesapfel der Aphrodite gleichzusetzen ist. Die Römer nannten die Quitte schließlich liebevoll "Wollapfel" und weisen damit auf den zarten Flaum hin, der die reife Frucht umgibt.

 

Im herkömmlichen Handel findet man die Quitte eher selten. Auf Wochenmärkten in der Steiermark ist sie jedoch von September bis November häufig anzutreffen.

 

Im herkömmlichen Handel findet man die Quitte eher selten. Auf Wochenmärkten in der Steiermark ist sie jedoch von September bis November häufig anzutreffen.


Oststeirische Bauern mit Sinn für Artenvielfalt haben für die Rückkehr der Quitte viel beigetragen. Sie ziehen wieder Quittenbäume auf, geben ihnen die nötigen vier bis acht Jahre bis zur ersten Ernte und bieten die große Apfelquitte oder die kleinere Birnenquitte wieder feil. Sie gilt als das Schlusslicht der Obsternte, weil sie ähnlich der Hirschbirne als letztes vom Baum geholt werden.


Auch für das STEIRER MADL Gelee "Quitte mit Blutorange" habe sie ihre Früchte beigesteuert.

 

Historischer Genuss neu entdeckt

Steirische Quitten werden grundsätzlich weiterverarbeitet. Die pelzige Haut und die Härte der Frucht machen den Rohgenuss nicht gerade zum Vergnügen. Auch ihr reiches Aroma und die brillianten Orangetöne ihrer Farbe entwickelt die an sich gelbe Frucht erst beim Erhitzen.


Machen Sie dazu doch einen kleinen Abstecher in den STEIRER MADL-Onlineshop! Die fruchtige "Quitte mit Blutorange" ist mit ihrer spritzigen Begleitung in Form von sonnigen Blutorangen ein genussvoller Geheimtipp für Ihr Frühstück! Stichwort Gelee: Durch den überdurchschnittlich hohen Gehalt an Pektin, einem natürlichen Geliermittel, ist die Quitte für die Zubereitung von diversen Marmeladen sehr geeignet. Ja, sogar das Wort Marmelade geht auf sie zurück. "Marmelo" heißt die duftende Frucht im Portugisischen. Rund ums Mittelmeer war sie ursprünglich sehr weit verbreitet.

 

Geheimzutat in den Küchen der Steiermark

Ob als Quittenbrot, Quittenmarmelade sowie als Zutat in Chutneys oder als Kombinationspartner mit Äpfeln und Birnen in leckeren Strudeln, findet die Quitte vielseitige Verwendungsmöglichkeiten in den Küchen der Steiermark. Liebevoll gekocht, gedämpft oder auch gebacken zeigt sie ihre lieblichen Seiten. Durch die Verwandtschaft mit Äpfeln und Birnen wird sie auch ähnlich verarbeitet: Kerngehäuse und Schale werden sorgfältig entfernt, das feste Fruchtfleisch weich gedämpft. Für das Quittenbrot und die Quittenmarmelade wird ein Mus hergestellt. Das klare Gelee erhält man durch schonendes Entsaften. Die Steirer verwenden Quittengelee auf Grund seines intensiven Aromas, der angenehmen Säure und der hübschen Farbe gerne zum Füllen von Weihnachtskeksen.

 

Tipps zur Verwendung

Während die Quittenmarmelade recht einfach gelingt ist das Quittenbrot (auch "Quittenkas") ein wenig aufwändiger in der Herstellung. Zu dem Mus werden noch Wasser und Zucker, nach Belieben auch etwas Zimt beigemengt, dick eingekocht und anschließend auf einem gefetteten Backblech glatt gestrichen und getrocknet – entweder drei Stunden im Backrohr oder bis zu drei Tage bei Zimmertemperatur, bis sich die Masse in appetitliche Stücke schneiden lässt. Die Quittenstückerl je nach Geschmack in Staubzucker oder Kokosraspeln gewälzt werden in der Steiermark wie  Konfekt gereicht.


Aber auch in der pikanten Küche findet die Quitte Verwendung zur Begleitung von Wildgerichten, im Blaukraut/Rotkohl oder auch zu Abrundung von Weißkraut (Quittenkraut)

 

Eine flache Schale voll Quitten ist nicht nur hübsch anzusehen, sondern verbreitet auch angenehmen Duft in der Stube.

 

Kühl, aber nicht  zu kalt gelagert, hält die Quitte bei unverletzter Schale  und ohne Druckstellen sehr lange. Eine flache Schale voll Quitten ist nicht nur hübsch anzusehen, sondern verbreitet auch angenehmen Duft in der Stube.

 

 

 

 

Barbara Cojaniz



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