Bärlauch

Bärlauch

Allium Ursinum heißt der Kraftprotz, der seine jungen Blattspitzen an sonnigen Waldflecken gleich nach der Schneeschmelze ans Licht schiebt. Unter seinem bürgerlichen Namen "Bärlauch" ist er uns allen bekannt.

Regional verbreitet sind auch Namen wie Hexenzwiebel, Wilder Knoblauch, Wilder Knofel, Zigeunerlauch, Waldknoblauch, Waldherre, Ramsen, Wilder Knoblauch, Bärenkraut, Bärenlauch, Judenzwiebel, Latschenknofel, Wurmlauch und Zigeunerzwiebel.

 

Botanik

Der Bärlauch zählt zu den Lauchgewächsen und liebt feuchten, humösen und kalkreichen Laubwaldboden. Auch in Auwäldern sprießt er so zahlreich, dass sein Knoblauchduft von weitem zu erkennen ist.
Seine Blätter stehen meist zu zweien, wobei jedes einen eigenen Stiel hat. Dies zu wissen ist wichtig, da die älteren Bärlauchblätter mit zwei Giftpflanzen leicht zu verwechseln sind: der Herbstzeitlose und dem Maiglöckchen. Am besten Bärlauch im Wald und am Waldrand ernten. Die Herbstzeitlosen wachsen nämlich nur auf Wiesen. Die jungen hellgrünen Blätter des Bärlauch sind kulinarisch die interessantesten, also vor der Zeit der Maiglöckchen.

 

Wirkung

Allen Pflanzen, die Bärennamen tragen, werden Bärenkräfte zugeschrieben. Ganz zu Recht, denn Bärlauch ist reich an Eisen, Magnesium und Mangan. Er besitzt den höchsten Anteil an ätherischen Ölen mit schwefelhaltigen Verbindungen, die den Körper bei der Entgiftung unterstützen (etwa die vierfache Menge von herkömmlichem Knoblauch). Auf diese Weise sorgt er auch für eine gesunde Haut.
Er wirkt blutdrucksenkend und ist hilfreich gegen Arteriosklerose. Der Verklumpung der Bluttplättchen entgegen wirkend beugt er Herzinfarkten und Schlaganfällen vor.


In rohen und kleingeschnittenen Blättern oxidiert der schwefelhaltige Inhaltsstoff Alliin zum medizinisch wirksamen Allicin. Dieses Allicin ist ein natürliches Antibiotikum, das Pilze abtöten kann. Im Darm verhindert er so ein Überhandnehmen der Candida-Pilze, verschont gleichzeitig aber die nützlichen Pilzkulturen für die Verdauung. Bärlauchgenuss empfiehlt sich also ganz besonders nach der Einnahme von Antibiotika, welche die Darmflora empfindlich aus dem Gleichgewicht bringen.


Wein Wunder, dass Bärlauch durch die Jahrhunderte fester Bestandteil der Volksmedizin war. "Wohl kein Kraut der Erde ist so wirksam zur Reinigung von Magen, Gedärm und Blut wie der Bärlauch" meinte Kräuterpfarrer Johann Künzle und verspricht: "die jungen Leute werden aufblühen wie ein Rosenspalier". Auch Hildegard von Bingen schätzte Bärlauch.

Bärlauch genießt man am besten roh und zerkleinert. So entfaltet er seine Aromen und seine Heilkräfte am besten. Leider verliert er beim Trocknen seinen Geschmack fast vollständig und auch Einfrieren zerstört viele seiner wertvollen Inhaltsstoffe. Auch Erhitzen zerstört den Geschmack und die Wirkstoffe weitgehend.


Im (Erdäpfel)Salat, im Pesto, als Würze für Truthahnkeulen, Fisch, Hähnchenfleisch und viele andere Gerichte macht er die beste Figur. Also: raus in die Natur, sammeln, genießen und etwas Gutes für die Gesundheit tun!

 

 

 

Barbara Cojaniz



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